Einsatzbereiche für Internationale Freiwillige

In unserem Pool finden sich Dienststellen in Afrika (Sambia und Kamerun), in Asien (Philippinen) und in Bosnien-Herzegowina.

 

Alle Projekte arbeiten im sozialen Bereich, in der unmittelbaren Arbeit mit Menschen. Die konkrete Arbeit ist natürlich in jeder Einrichtung anders. Sie umfasst Betreuung, Mithilfe bei Erziehung und Pflege, wie z. B. die Arbeit mit Aids-Waisen in Sambia.

 

Wir behalten uns die endgültige Entscheidung vor, welche/r Bewerber/in in welchem Projekt eingesetzt wird. Eine Mitsprache ist - bei erfolgreicher Bewerbung - selbstverständlich möglich.

 

 

Zum Beispiel Kamerun ...

 
 

Eine unserer Freiwilligen arbeitete im Team Jugendarbeit der Katholischen Diözese Kumbo in Kamerun. Hier ein Bericht aus Ihrer Arbeit: 

 

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Ganze drei Monate bin ich nun schon hier in Kumbo – das ist einfach kaum zu glauben. Die Wochen fliegen an einem nur so vorbei. Kaum, dass ich mich versehe, ist die eine Woche herum und ich befinde mich schon mitten in der nächsten.

 

Auf meinen Reisen durch das Partnerbistum wird mir wieder die Vielfalt Kameruns bewusst. Nicht umsonst trägt das Land den Beinamen "Afrique en miniature" (Afrika im Kleinen). Was meine ich damit? Während unserer Reise übernachten wir z.B. in Nkambe, das sehr hoch gelegen ist und von einer (noch) grünen Berglandschaft umgeben wird. Nachts ist es sehr kalt, so dass ich sogar in Socken schlafe. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Ako. Ako ist ca. 50 km von Nkambe entfernt und die "Straßen" sind wirklich schlecht. Da wir uns noch in der Regenzeit befinden, sind die Pisten z.T. sehr matschig und steinig. An einer Stelle müssen wir sogar einen kleinen Fluss überqueren – oder besser gesagt durchfahren –, da keine Brücke vorhanden ist. Zum Glück naht schon das Ende der Regenzeit, so dass nicht mehr allzu viel Wasser im Fluss vorhanden ist. Dennoch bin ich froh, als wir wieder sicheres Land unter den Rädern haben. Da Ako sehr tief im Tal liegt, ist es dort sehr heiß und schwül – und es ist somit leider auch ein Paradies für Moskitos.

 

Wir verlassen also morgens das kalte Nkambe und keine drei Stunden später befinden wir uns in der brütenden Hitze. Was war das für ein Klimawechsel! Das war wirklich bemerkenswert!

 

Auf dieser Reise wird mir mitunter auch deutlich, was es für einen Unterschied macht zwischen einem kurzen Besuch oder einem längerfristigen Aufenthalt. Ist man nämlich "nur" kurz bei jemandem zu Besuch, erfährt man lauter fröhliche Menschen. So war das jedenfalls in meiner Anfangszeit. In den ersten Wochen traf ich nur auf Menschen, denen es gut ging. Doch je näher man die einzelnen Personen kennenlernt und je mehr man mit ihnen zu tun bekommt, desto persönlicher wird das Verhältnis und man erfährt auch bald, dass nicht alles so rosig aussieht, wie anfangs vorgegeben wird. Außerdem lernt man in direktem persönlichen Kontakt das Alltagsleben der Menschen kennen, wie sie wohnen und arbeiten, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten sie z.T. konfrontiert werden.

 

Das ist freilich nicht immer einfach zu verdauen, und doch macht es das Leben hier interessant, da man immer mehr das Gefühl bekommt, dass man nun nicht mehr eine "Neue" ist (obwohl "Neuen" sehr herzlich entgegen gekommen wird), sondern dass man "heimisch" und den Menschen vertraut wird.

 

Diese Veränderung habe ich am eigenen Leibe erfahren und kann aus eigenen Erfahrungen berichten. So unterhielt ich mich kürzlich mit einer der Mitarbeiterinnen des Jugendteams über etwas, das ich ihr bereits früher einmal erzählt hatte, das sie aber scheinbar wieder vergessen hatte, denn sie sagte auf einmal: "…das muss wohl damals gewesen sein, als ich dich noch nicht gut kannte und du für mich noch eine Neue aus Deutschland warst." Das meinte sie jedoch keinesfalls negativ, denn "Neue" werden hier wirklich auf herzlichste Weise willkommen geheißen, und doch zeigte es, dass sich das Verhältnis mit der Zeit ändert, je besser man sich kennenlernt.

 

Im Jugendzentrum stehe ich nun auch neuen Aufgaben und Anforderungen gegenüber. Seit ungefähr einem Monat unterrichte ich nämlich Deutsch (eine Stunde pro Tag), was mir sehr viel Spaß bereitet. Anfangs war es nicht ganz einfach, da ich darauf nicht vorbereitet war und deshalb auch keine Unterrichtsmaterialien mitgebracht hatte – doch habe ich schnell gemerkt, dass man auch ohne solche (oder mit nur ganz wenigen) sehr gut auskommt. Ich habe im Durchschnitt 11 Schüler (5 Schüler, die hier Computerunterricht nehmen, und die restlichen 6 sind Mitarbeiter des Jugendteams). Das Alter kann ich nur schwer angeben, da es bei den Afrikanern immer etwas schwierig ist, das Alter zu schätzen. Ich würde jedoch sagen, dass meine Schüler zwischen 20 und 40 sind. Sehr interessant finde ich es, die Schüler in ihrem Lernprozess zu beobachten, denn obwohl wir bis jetzt "nur" einen Monat Deutschunterricht hatten, haben sie bereits eine große Entwicklung durchgemacht (auch wenn sie selbst diese vielleicht noch nicht bemerken). Meine Schüler sind sehr fleißig und bestrebt etwas zu lernen, so dass wir gut vorankommen. Man darf nicht vergessen, dass die meisten zu Anfang des Monats noch kein einziges Wort Deutsch konnten, und nun können sie bereits einfache Sätze bilden und den sog. "small talk" bewältigen. Dafür bewundere ich sie sehr.

 

Seit gut einer Woche gebe ich zusammen mit Luisa auch Computerunterricht. Voraussetzung für das Erlernen von Computerkenntnissen hier im Jugendzentrum ist, dass der Schüler lesen und schreiben kann. Bevor der Schüler dann an den Computer gelassen wird, muss er erst auf der Schreibmaschine das Tippen lernen und mit den einzelnen Tasten und Befehlen vertraut werden.

 

Unsere Schüler brauchten für die "Schreibmaschinenzeit" zwei Monate, und nun durften sie vor kurzem das erste Mal an den Computer. Das war sehr spannend und aufregend, jedoch war es auch nicht einfach, wie sie schnell bemerkten. Auch ich, die noch nie zuvor einem Anfänger Computerunterricht gegeben hatte, habe so meine Überraschungen erlebt. Ich hätte nicht gedacht, dass es für jemanden so schwer sein könne, eine Maus zu bewegen oder einen "Doppelklick" auszuführen. Doch muss man natürlich bedenken, dass unsere Schüler (die bereits erwachsen sind) noch nie zuvor in ihrem Leben an einem Computer gearbeitet haben und somit regelrecht mit der Technik konfrontiert werden.

 

Leider gehen hier die Computer relativ schnell kaputt und hätten eine regelmäßige Wartung nötig. Das ist jedoch kein Wunder bei der hiesigen Stromversorgung. Man weiß nie, wann der Strom ausfällt – oder, besser gesagt, abgestellt wird – und das geht natürlich zu Lasten der Computer. Auch merkt man dann erst, wieviel doch vom Computer abhängt und wieviel mit ihm gearbeitet wird. Denn wenn es keinen Strom gibt, sind wir hier im Jugendzentrum "arbeitslos" und können nichts machen. Besonders schlimm ist das, wenn wichtige Aufgaben anstehen, die dringend erledigt werden müssen. Dann ist man wirklich hilflos, und es bleibt einem nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass es nur ein kurzer Stromausfall ist und nicht einer von mehreren Tagen.

 

Im November haben unsere Wochenendfahrten angefangen. Alljährlich überlegt sich das Jugendteam in einem Jahres(bildungs)programm, wie es den Jugendlichen des Bistums Kumbo helfen kann. Für dieses Jahr wurde Folgendes festgelegt: Wir zeigen den Jugendlichen, wie man Pilze anbaut und wie man Bodylotion und Omo (das ist eine Seife zum Waschen der Kleidung) herstellt. So können die Jugendlichen diese anschließend selber herstellen und auf dem Markt verkaufen. Fast jedes Wochenende fahren wir in eine andere Gemeinde (in ein anderes Dorf), um mit Jugendlichen dort zusammenkommen.

Bistum Limburg
Fachstelle Freiwilligendienste im Bistum Limburg
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Caritasverband für die Diözese Limburg e.V.